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Trauriges Jubiläum: Am Mittwoch wahrscheinlich 200ste Bombenentschärfung!

Oranienburg / Berlin / Deutschland. Es wäre ein trauriges Jubiläum. Auf einem Gewerbegrundstück an der Lehnitzstraße in Oranienburg sind drei klärungsbedürftige Anomalien gefunden worden. Morgen wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst bekanntgeben, ob es sich dabei um Weltkriegsbomben handelt. Sollte es so sein, findet die notwendige Entschärfung am Mittwoch, den 14. Dezember, statt.

Bei dieser Maßnahme handelt es sich um die 200. Bombe im Stadtgebiet nach der Wende.

„Da machen sich bei den Anwohnern sofort Sorgen und Frust breit“, sagt Anwalt Jörn Freudenberg von den FSR-Rechtsanwälten in Oranienburg. Viele Betroffene seien nur unzureichend über ihre Rechte und Pflichten informiert. Freudenberg: „Die gute Nachricht: Es gibt einige ganz klare Regeln!“

Regel 1: Liegt das Haus der Betroffenen im Sperrkreis, müssen diese Menschen ihre Wohnung verlassen. „Wer das nicht macht, verstößt gegen ein Gesetz. Die Bußgelder sind empfindlich und belaufen sich auf bis zu 1.000 Euro“, erklärt Anwalt Jörn Freudenberg.

Regel 2: Liegt der Arbeitsplatz im Sperrkreis, bekommt man trotzdem Geld. Das Betriebsrisiko trägt der Arbeitgeber. Freudenberg: „Anders sieht es aus, wenn der Weg zu Arbeit nicht benutzt werden kann, weil S-Bahn oder Bus nicht fahren.“ Kümmert sich der Arbeitnehmer nicht um eine Alternative, erhält er kein Gehalt und riskiert schlimmstenfalls sogar eine Abmahnung.

Regel 3: Wer durch die Bombenentschärfung einen wichtigen Termin verpasst, hat in der Regel keinen Anspruch auf Schadenersatz. Der Anwalt vergleicht das mit einem Musikfestival. Gibt es da ein Gewitter und die Veranstaltung wird abgesagt, gibt es auch kein Geld zurück.“   

Regel 4: Kommt es durch die Bombenentschärfung zu Schäden, wird die Sache kompliziert. Hier kommt es immer auf den Einzelfall an. Freudenberg: „In der Regel zahlt der Staat nicht für solche Schäden. Aber in allen Bundesländern gelten unterschiedliche Regelungen. Allerdings lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in den eigenen Vertrag der Hausrat- oder Gebäudeversicherung.“ Häufig sind solche Schäden mitversichert.

Regel 5: Wer ein Grundstück mieten oder kaufen will, kann dieses von den Kampfmittelbeseitigungsdiensten der einzelnen Bundesländer untersuchen lassen. Wichtig: Wird nichts gefunden, muss der Betroffene die Kosten für die Untersuchung selbst zahlen. „Sollte hingegen Kampfmittelbeseitigung stattfinden und eine Bombe gefunden werden, zahlt der Staat.“

Wer bei der Gartenarbeit oder beim Buddeln für den eigenen Swimming-Pool eine Bombe findet, für den hat Rechtsanwalt Jörn Freudenberg einen kurzen und präzisen Tipp: „Rufen Sie sofort die Polizei an. Die entscheidet alles Weitere!“